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Was nehme ich für eine Schrift?

Bleisatz Typen drucken retro

Wenn man ein Projekt beginnt oder ein neues Corporate Design entwickelt, steht am Anfang auch immer die Frage der Schriftwahl bzw. Schriftmischung. Im heutigen Meer des Schriftangebots neigt man schnell dazu auf Oft-Gesehenes oder Alt-Bewährtes zurückzugreifen. Um seinen Projekten einen individuelleren Touch zu geben, lohnt es dennoch, sich mit Schrift, Schriftmischung und Anbietern auseinanderzusetzen.

Basiswissen

In den 50er-Jahren entwickelten Schriftexperten die DIN 16518 für Schriftklassifikation. Diese Ordnung umfasst heute 11 Hauptgruppen. Die meisten Schriften unserer Zeit ordnen sich in der Gruppe „Serifenlose Linear-Antiqua“ ein, besser bekannt als sans-serif oder Grotesk-Schrift.

Diese Gruppen zu kennen, kann für das Verständnis der Schriftmischung förderlich sein. Kritiker bemängeln allerdings, dass die DIN-Norm veraltet ist und neuen Schriftarten nicht gerecht wird.
Eine neuere (aber nicht genormte) Klassifikation von 1998 wurde von Indra Kupferschmied veröffentlicht. Sie unterteilt Schriftarten nach dem Formprinzip in nur 5 Kategorien.

Die richtige Schriftmischung

Als Schriftmischung bezeichnet man die Kombination mehrerer Schriftgattungen, -arten oder Schriftvarianten. Eine gute Schriftmischung leitet das Auge des Lesers bzw. Betrachters. Wichtiges wird so schneller erfasst und ein Querlesen ermöglicht. Die einfachste Art wäre z.B. eine kursive Hervorhebung, die dem Leser eine Gewichtung des Gelesenen vermittelt.

Aber wie mische ich nun Schriften?

Hier meine Tipps:

  1. Der Grundtext
    Für die meisten Projekte benötigt man eine Grundschrift für den Fließtext. Suche eine Schrift, die in 11p gut leserlicht ist. Serifenbetonte Schriften sind hierbei für lange Texte geeignet, da die Wörter und Zeilen durch die Serifen besser erkannt werden und das Auge beim Lesen nicht so schnell ermüdet. Serifenlose Schriften wirken dagegen eher modern, leicht und in der Wirkung zurückhaltend. Dies kann für die Schriftmischung einfacher sein, gerade wenn die Überschrift sehr dominant oder ausgefallen gewählt wird. Schreibschriften sind für Fließtexte eher nicht geeignet, man kann aber gut einzelne Passagen oder Zitate damit hervorheben.
  2. Überschriften
    Eine Überschrift transportiert eine Aussage, die durch die Schriftwahl unterstrichen wird. Widersprüche in Inhalt und Gestaltung wirken somit störend, was manchmal auch bewusst eingesetzt wird, um den Leser zum Nachdenken anzuregen. Überlege, was die Aussage ist und wie die Wahl der Schrift dies unterstützen kann. Für ein Backbuch wähle z.B. eine handschriftliche Schrift. Bei einem Magazin, dass unterschiedliche Artikel vereint, benutze eher eine universelle Schrift.
  3. Kontraste und Gleichgewicht
    Ein Design lebt von Unterschieden und Zusammenspiel. Am Ende sollte ein Gleichgewicht entstehen. Bei Menschen funktioniert das in der Partnerschaft genauso: gleich und gleich oder zwei Gegensätze, die sich ergänzen. Kommen mehr als 2 Schriften zusammen, hilft es, grundsätzlich in der Schriftfamilie zu bleiben und nur für einzelne Hervorhebungen eine zusätzliche Schrift zu wählen.
  4. Weniger ist mehr
    Gutes Design braucht nicht viel. Eine zur Aussage passende Schrift und eine gute Struktur sind die halbe Miete. Verwende möglichst nicht mehrere Handschriften oder geschwungenen Schriften miteinander.

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